Ofen

Der Winter naht…     …und irgendwie muss der Wagen beheizt werden. Auch hier gibt es, wie eigentlich immer, einige verschiedene Möglichkeiten und Fallstricke.

Heizart

Das ist eine Grundsatzentscheidung, die eigentlich keine ist. Man könnte natürlich einen Bauwagen auch elektrisch, mit Öl oder Gas heizen aber im Prinzip hat sich ein Holzofen bewährt. Elektrisch zu heizen ist nicht besonders effizient und somit recht teuer. Bei Öl und Gas ist der Brennstoffvorrat weniger leicht zu handhaben als bei Holz.

Ofentyp

Holzöfen gibt es unzähligen Ausführungen, Leistungen und Preisklassen, selbst Öfen mit Fernsteuerung durch eine App sind mittlerweile zu haben. Für uns gab es einige Wünsche die weniger abgehoben sind:

  1. eine Kochplatte, um beim Heizen nebenbei mindestens Tee- oder Abwaschwasser zu erwärmen
  2. ein Fenster um das schöne Flammenspiel sehen zu können
  3. eine ansprechende Optik und
  4. eine dem Bauwagen angepasste (niedrige) Leistung

Punkt 4 mag auf dem ersten Blick seltsam erscheinen, aber in einem Holzofen kann man scheinbar bauartbedingt keine beliebig kleinen Feuer machen wenn sie auch noch vernünftig ziehen sollen. Viele Holzöfen liegen bei 5kw aufwärts und das kann bei 15m² Wohnfläche schnell zu saunaartigen Verhältnissen führen wenn das Feuer länger brennt. Bei der Recherche habe ich Yachtöfen mit nur 1-2kw entdeckt, die für den Bauwagen vermutlich gut dimensioniert wären. Leider sind diese wunderschönen Stücke nicht grad Schnäpchen.

Ansonsten gibt es auch bei der Qualität ziemliche Unterschiede. Von gusseisernen Markenöfen aus Schweden, über deren Chinaplagiate bis zu Blechöfen ist alles zu finden. Erfahrung habe ich mit keiner der Varianbten und so haben wir uns für einen kleinen ‚No-Name‘ Blechofen mit 4kw entschieden. Entscheidend war das Argument das der Ofen bei unserer temporären Nutzung nicht den Belastungen ausgesetzt ist wie ein echter ‚Wohnungsheizer‘. Mal schauen wo das langfristig hinführt..

Billig kann ich mir nicht leisten….?

Wie oben schon geschrieben haben wir uns für einen günstigen ‚No-Name‘-Blechofen aus dem Internet entschieden. Und vorsichtig ausgedrückt lief da nicht alles so glatt wie ich es mir gewünscht hätte. Nachdem das Geld überwiesen war kam die Info der Ofen sei versendet, nur kam Ewigkeiten lang nichts an.
Nach 4 Wochen, wir hatten das Geld für den Ofen eigentlich schon abgeschrieben, zumal es bei genauerer Recherche auch durchaus weniger gute Meinungen über den Verkäufer im Netz zu finden gab, kam dann doch noch eine Palette mit einem süßen kleinen Öfchen an. Yuhuuu….!

Beim Auspacken konnte man schnell erkennen, das der Ofen auf dem Transportweg schon einige Federn lassen musste: Etliche Teile des Schamottemörtels lagen im Innenraum herum und es stellte sich natürlich die Frage ob der Ofen so überhaupt noch dicht und nutzbar ist.
Wäre die ganze Anlieferung und Kommunikation mit der Ofenfirma weniger hakelig gelaufen hätte ich sie durchaus mal kontaktiert um nach Informationen und Lösungen zu fragen, aber die Mühe hab ich mir garnicht erst gemacht.
Da die Blechwände miteinander verschraubt sind gehte ich davon aus das ich den Ofen im Zweifel selbst zerlegen und mit geeignetem Ofenmörtel vernünftig verschmieren kann.

Fazit

Der Ofen ist jetzt 2 Winter im Betrieb und es ist Zeit ein Fazit zu geben:

Zuerst hatten wie arge Probleme mit dem Ofen. Besonders beim Anfeuern qualmte es sowohl vorn aus der Scheibe als auch seitlich zwischen Wand und Deckel. Außerdem roch es nach ’schlechter Verbrennung‘ (ich weiß nicht wie ich es anders beschrieben soll). Ein wenig Rauch von gutem Holz stört mich nicht, aber dieser Geruch war irgendwie stinkig-stickig. Jetzt ist klar, dass ein neuer Ofen noch Öl etc von der Produktion anhaften hat, das erstmal wegbrennen muss, aber das war gefühlt zu viel. Jedenfalls haben wir in der Anfangszeit den Ofen immer erstmal eine halbe Stunde bei offener Bauwagentür laufen lasen und trotzdem roch es nicht schön im Wagen und Kopfschmerzen waren auch dabei.

Irgendwann habe ich dann entdeckt das die Schamotteplatte oben im Brennraum sich so verschieben lässt, das die Abgase entweder einen langen Weg unter der Deckelplatte hin und her oder direkt hoch zum Schornstein gehen können. Der Zug ist natürlich viel besser wenn sie direkt raus können und wir haben uns angewöhnt die Platte zum Anfeuern erstmal in die ‚kurzer Weg‘ Position zu schieben. Wenn alles ordentlich warm ist schieben wir sie zurück in die richtige Position. In der Betriebsanleitung zum Ofen wird sich über diese ‚Funktion‘ ausgeschwiegen, ich habe also keine Ahnung ob das so vorgesehen ist, oder nicht.

Unterdimensioniert ist der Ofen mit Sicherheit nicht. Mit seine 4 Kilowatt Heizleistung hat er uns auch bei bis zu -15°C ordentlich eingeheizt. Wenn man nicht aufpasst verwandelt sich der Wagen in eine sanfte Bio-Sauna mit 30°C, wenn man es darauf anlegt vermutlich auch mehr. Ein Umstand den ich persönlich weniger angenehm finde, während Andere das schön kuschelig finden… Würde ich mir nochmal einen Ofen für einen Bauwagen kaufen würde ich mich für einen fein regulierbaren Schiffsofen mit geringerer Heizleistung entscheiden.

Trotzdem konnten wir uns mit unserem Ofen anfreunden und sind ganz zufrieden damit. Hübsch ist er auf jeden Fall, die Glasscheibe sorgt für schöne Atmosphäre und auch die Möglichkeit einen Topf oben draufzustellen ist sehr praktisch. Im Winter steht eigentlich immer ein Topf mit Wasser drauf und so ist Tee und Waschwasser immer schnell bereit…